2.06. Das böse Spiel

(Fortsetzung Kapitel 2.01.)

Mit einem bösen Spiel (einer Art Erpressung, die Jungen dürfen mit ihren eigenen Cellphones telefonieren, gegen eine mutmaßliche Wahrheit) versucht Ma’am Solano Informationen zum gestrigen Tag, insbesondere zum Hergang im Hotelzimmer und im Badezimmer, von den Kindern zu bekommen.

Ma’am Solano hört aber nicht das, was sie sich wünscht: Keine eindeutigen Aussagen zu Missbrauch. Obwohl sich die Kinder zeitweise merkwürdig verhalten, wie sie zu erkennen glaubt.
Die Jungen kommen schnell über das Thema Duschen ins Streiten. Da war wohl ein ständiges Kommen und Gehen, während des Duschens im Bad. Auch ob Tommy im Bad gewesen sei, während die Kinder geduscht haben, wird zunächst nicht klar. Jedes Kind hat seine eigene Erinnerungen an das Bad und somit eine eigene Geschichte. Nackt habe keiner geduscht, hört Ma’am zuerst. Sie hätten nur die nassen Hosen nach dem Duschen gegen trockene beim Umziehen gewechselt.

Aboy und Dan fanden dann die Dusche so schön, dass sie, nachdem sie sich der nassen Hosen entledigt, und bevor sie die trockenen Hosen angezogen, dann doch ohne Hosen geduscht haben. Man könne die Strahlen der Dusche verändern, haben sie entdeckt und auch aus der Wand sind Strahlen gekommen, wenn sie es wollten. Das sei total toll und lustig gewesen.
Aboy habe noch sehr lange geduscht und das warme Wasser genossen und hat alle verschiedenen Strahlen ausprobiert.

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Dann ist da diese Geschichte vom Toben ohne Kleidung, nach dem Duschen.
Sam erzählt, während er TV schaute, seien Phil und Jan nackt durch das Zimmer getobt und seien auf einem Bett wie wahnsinnig herum gehüpft.
Aboy sagt aber, dass sei nicht Phil und Jan sondern Phil und Dan gewesen, die verrückt gespielt hätten. Jan sei nur kurz nackt durch das Zimmer, da er seine trockene Unterhose gesucht habe. Er (Aboy) sei wieder unter die Dusche.
Phil hingegen bestätigt das Toben auf dem Bett und berichtete, Jan sei aber auch beim Toben dabei gewesen.
Jan spricht wiederum davon, nur kurz auf dem Bett herum gehüpft zu sein. Das aber nachdem er sich die Unterhose und T-Shirt angezogen habe.
Phil gibt dann direkt zu, auf dem Bett nackt herum gesprungen zu sein. Wie auf einem Trampolin sei das Bett. Und so schön weich, schwärmt er.
Dan nickt nur kurz, als Ma’am ihn fragt, ob er auch auf dem Bett gesprungen sei, sagt aber nichts.
„Und Tommy? Wo sei Tommy währenddessen gewesen?“, ist Ma’am Solanos Frage.
„Draußen vor dem Raum“, die einstimmigen Antworten. “ Er habe an seinem Laptop gespielt.“
Sam wendet ein, dass Tommy aber immer mal wieder kurz im Raum gewesen sei und beim Toben zugeschaut habe.
Jan und Phil hingegen behaupten, Tommy habe „Schluss jetzt!“ gerufen. Aber sie haben nicht aufgehört zu toben. Danach sei Tommy wieder nach draußen oder ins Bad und die Tobenden seien schnell müde geworden und alle haben dann ‚Tom and Jerry‘ geschaut, Cola getrunken und Junk-Food gefuttert.

‚Fünf Kinder, fünf Storys‘, sinniert Ma’am Solano. Sie gibt bald entnervt und frustriert auf.
Zu Beginn ihres Verhörs macht sie noch einige kurze Notizen. Sie lässt das Notieren schnell sein. Zu Beginn ihrer Befragung, sind die Kinder noch sehr still und verschlossen. Dann kommt es zum Streit über das ‚Wer-mit-Wem‘ Duschen und das Gleiche dann auch zum Toben. Von da an ist an eine vernünftige Unterhaltung nicht mehr zu denken. Die Kinder reden stets gleichzeitig und wild durcheinander.
Und Ma’am Solano besitzt weder das gewisse Fingerspitzengefühl, noch die Geduld, noch die Ausbildung, um Kindern ihre mutmaßlichen Geheimnisse zu entlocken.

Sie schickt vier der Knaben zum Spielen auf den Hof und spricht mit Sam, dem Ältesten allein. Einige Details bleiben ihr davon in Erinnerung: Sam erzählt, Tommy sei einige Minuten mit Aboy allein im Bad gewesen und Phil, Aboy und Dan hätten auf den Betten nackt getobt.

Sie notiert:

• Kinder im Hotel geduscht ohne Kleidung.
• Nackt im Hotelzimmer getobt. Heger schaut zu und unterbindet das Toben nicht.
• Heger ist allein im Bad mit Aboy.

Ma’am Solano ist dann doch zufrieden. Diese Notizen wird sie wohl Police Superintendent Ma’am Papillio geben. Und die Informationen reichen, denkt sie, um daraus eine Story zu basteln.

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